BSAIB Berufsschule Bad Aibling

AUSTRALISCHE DELEGATION AN BERUFSSCHULE BAD AIBLING

Von „Industrie 4.0“-Modell beeindruckt

 

Schulleiter Jürgen Ersing (Mitte) stellte den Gästen mit Ministerin Gayle Tierney (Dritte von links) den von Fachlehrer Christian Buchner (rechts) bedienten Roboter vor. Baumann

© OVB

 

Eine zwölfköpfige Delegation aus dem australischen Bundesstaat Victoria stattete der staatlichen Berufsschule Bad Aibling einen Besuch ab. Sie setzte sich aus hochrangigen Mitgliedern unter anderem aus den Ministerien für Bildung und Soziales, dem Hochschulbereich, des Lehrkräfteverbandes und von Industrie- und Handelsverbänden zusammen.

Bad Aibling – Angeführt wurde die Abordnung von Gayle Tierney, Ministerin unter anderem für Aus- und Weiterbildung. Ziel des Besuchs war das Kennenlernen des Berufsschulsystems einschließlich seiner Standards an einer „Industrie 4.0“-Schule. Diesen Titel trägt die Aiblinger Schule seit Kurzem als eine von derzeit drei Berufsschulen in Oberbayern (wir berichteten).

Studiendirektor Jürgen Ersing gab einen Überblick über das Ausbildungszentrum, in dem derzeit rund 1400 Schüler in 60 Klassen unterrichtet werden. Er erläuterte das duale Ausbildungssystem, bei dem die Auszubildenden wöchentlich jeweils zwei Tage an der Schule und drei Tage in ihrem Lehrbetrieb verbringen.

Der Schulleiter informierte ferner über die Ausbildungsberufe im Aiblinger „Kompetenzzentrum“, die Anordnung der Theorie- und Praxisräume und wies auf die enge Zusammenarbeit mit den Ausbildungsfirmen hin. Besonders hob er die Qualität der Ausbildung hervor. Des Weiteren führte er aus, dass in Oberbayern die Jugendarbeitslosenquote bei rund zwei Prozent liege, während sie in einigen europäischen Ländern bis zu 50 Prozent betrage.

Auf die Frage, wie die Jugendlichen nach ihrer Ausbildung eine Stelle fänden, antwortete Ersing: „Über 95 Prozent der Aiblinger Berufsschulabsolventen bekommen nach ihrer Ausbildung einen Arbeitsplatz bei ihrer Lehrfirma.“ Über 80 Prozent der Schüler kämen aus Betrieben mit einer Größe zwischen einem und 50 Beschäftigten. Diese mittelständischen Betriebe würden ihre Mitarbeiter – im Gegensatz zu manchen Großfirmen – auch in wirtschaftlichen Krisenzeiten behalten, so Ersing.

An einer Schautafel zeigte Lehramtsassessorin Laura Wittmann das „Differenzierte bayerische Schulsystem“ mit seinen Laufbahnmöglichkeiten auf. Explizit ging sie auf das seit 2017 angebotene „BS plus“-System zur Erlangung der Fachhochschulreife an der Berufsschule ein. Oberstudienrat Rudolf Ritter beschrieb den Ausbildungsweg eines Berufsschullehrers.

Ein Delegationsmitglied erkundigte sich nach der Finanzierung der Berufsschule mit ihrer hochwertigen technischen Ausstattung. Die Mitteilung von Ersing, dass der Staat dies kostenlos für die Azubis leiste, rief spürbares Staunen hervor. Ersing erwähnte ferner die Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Rosenheim, deren Studenten im Rahmen ihrer praktischen Ausbildung an die Berufsschule kämen.

Abschließend lobte er die Leistungen des Lehrerkollegiums, das im Zuge seiner Weiterbildung unter anderem auch regelmäßig Praktika in Unternehmen absolviere.

Bei einem Rundgang durch alle Abteilungen erläuterten die Fachbetreuer die jeweiligen Bereiche und technischen Anlagen. Im Gespräch mit unserer Zeitung zeigte sich Ministerin Tierney beeindruckt vom bayerischen Ausbildungssystem und der Aiblinger Berufsschule: „Die Ausbildung ist fantastisch. Wir nehmen viele Erfahrungen mit nach Australien.“ bjn

 

 

Staatl. Berufsschule Bad Aibling, Ellmosener Str. 25, 83043 Bad Aibling, e-mail: sekretariat@bs-aib.de, Tel.: 08061/38870, Fax: 08061/388 7100

 

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